Susanne Zeidler

Traumawandel

Winter
„Spinnst du?“, entrüstet sich die Seele, „Uns hierher zu bringen? Viel zu gefährlich!“
„Ich weiß doch!“, entgegnet der Körper. „Aber ich kann nichts dafür. Der Verstand hat gesagt, es sei gut hier für uns.“ Viel zu gefährlich! Grmpf!“ Ja, viel zu gefährlich!“

Ihre Hände berühren mich vorsichtig, umsichtig und voraussehend. Mein Körper zuckt bei jeder Berührung zusammen. Und doch tröpfeln kleine warme Sonnenstrahlen aus ihren Händen in mich. Sie leuchten nur kurz und es wird wieder dunkel. Aber sie sind da – irgendwo.

Frühling
„Ja, ja…ich weiß schon…ist gut für uns!“ grmpft die Seele. Und ist bereit, ihren Widerstand ein Stückchen aufzugeben. Jedenfalls für die nächste Stunde. Das Zucken des Körpers wird Anspannung vor jeder Berührung. „Komm“, sagt der Verstand, „lass wieder los!“ und der Körper entspannt. „Ich mach nicht mehr mit!“, ruft die Seele und will gehen. „Doch, das tust du!“, insistiert der Verstand. „Ja, ja… ich weiß schon… ist gut für uns!“…

Mühsam ist das. Und schwer. Ihre behutsamen Hände und Worte senden Sonnenstrahlen. Mit jeder Berührung mehr.

„Ich mach nicht m…!“, quiekt die Seele. „Ruhe da!“, ruft der Verstand.

Als Körper und Seele das erste Mal loslassen, sind Sonne, Wärme, das Gute kaum auszuhalten. So unendlich viele Tränen. Und sie bleibt bei mir, die ganze Zeit. Behutsam und da. Und sanft und wissend, was richtig ist, stellen ihre Hände die Ordnung wieder her.

Sommer
Es kommt eine Zeit, da sind die Berührungen schön und die Wärme und die Sonne fließen von deinen Händen in meinen Körper. Sie kennen ihren Weg und öffnen dabei sanft versandete Wege.

Da räuspert sich zaghaft die Seele:“ Ähäm…“ „Ja“, flüstert zögernd der Körper. „Ich glaube, da geht es irgendwo noch tiefer.“ „An einen Ort, an dem wir noch nie waren.“ „Gefährlich, unbekannt und dunkel dort…“ „Aber vielleicht sicher mit ihr bei uns?!“ „Ja, komm…“ „…gehen wir!“
Die Seele nimmt leise den Körper an die Hand.

Und du gehst mit mir an meiner Seite und auf den Weg achtend, wenn ich es nicht kann. Mich fangend, wenn ich falle. Mit deinen Händen Wege bahnend, von denen ich nichts wusste. Sorgsam.
Und irgendwie rutscht alles in neue und doch immer da gewesene Spuren. Und auf einmal bin ich ganz.

Als ich vor das Haus trete, ist die Welt still geworden. Wie der Klang von fallendem Schnee. Sanft, wie rieselnder Zuckersand in der Hand. Warm, wie die Oktobersonne im Laub. Ich bin ein kleiner Punkt im Universum. Da.

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